Jeden Morgen stehe ich auf und denke: so, heute geht es dir aber sicher besser. Auch wenn während der Nacht nicht an Schlaf zu denken war (ganz fies sind die 04:00 oder 05:30 Stillzeiten). Und dann geht es mir erst mal übelst, weil ich eben kaum geschlafen habe. Dann geht es mir nach dem Frühstück manchmal minim besser oder sogar schlechter. Und das zieht sich dann so durch den Tag. Unter Menschen zu sein ergibt furchtbar anstrengendes "Sichzusammenreissen". Wenn jemand nachfragt, wie es gehe, muss ich immer zuerst abwägen, was es der Person oder mir bringt, ehrlich zu sein. Gestern kam dann so eine Antwort raus, wie: schlecht, aber es geht schon, keine Sorge. Vor einer Woche ungefähr war die erste Therapiesitzung und die war sensationell. Ich klammere mich nun daran, dass es mir deswegen eigentlich besser gehen sollte. Irgendwie helfen aber nur die Gedanken, dass einerseits meine Technik, mich gedanklich an den Haaren aus den Tiefs zu ziehen eine gute Methode ist und andererseits, dass ich mir einfach mehr Inseln gönnen darf und muss. Einfach nachdem die Tochter zur Schule gegangen ist, wieder ins Bett zu flüchten oder mal eine Einladung oder einen Termin abzusagen. Oder sich auf eine grössere Aktion pro Tag zu beschränken. Der prall gefüllte Kühlschrank und Notvorrat von der Famila-Tour hilft auch. Dass meine Haare weiterhin ausfallen hilft mir gar nicht und dass die dann noch auf dem Linoleumboden dahinfliegen noch weniger und dass ich deswegen öfter saugen müsste gar nicht. Dass mein Söhnchen zahnt oder Blähungen oder extreme Wachstumsschübe hat hilft da natürlich auch nicht. Ich bin froh, dass ich nicht mehr berufstätig bin und mich da erklären müsste, bezw. mich total zusammen reissen müsste für 30 Kinder. Ein 4Monate Baby reicht da. Irgendwann werde auch ich wieder durchschlafen, ich weiss, dass der Tag kommen wird. Somewhere over the rainbow, oder so.
Und wenn ich dann mal geschlafen habe, dann werden sich auch meine Nerven wieder regenerieren. Dann werden meine Beine nicht mehr weh tun. Sie werden nicht mehr so tun, als würden sie mich nicht tragen können oder zusammensacken. Dann werden in vielleicht 3 Monaten meine Haare wieder wachsen, statt auszufallen, was meinem Blick in den Spiegel eine ganz andere Dimension geben wird. Und dann werde ich auch die Kraft für meine Laufrunden wieder finden, womit der Muskelschwäche entgegen gewirkt werden wird. Und bis dahin werde ich einfach durchhalten. Und heute Wäsche waschen und Muffins backen. (Das ist kein Versprechen Herr S, aber ein Plan.